Waldkindergarten Traunstein

Interview mit Kindergartenleitung Steffie

Für unseren langjährigen Kunden, den Waldkindergarten Traunstein, entwickeln wir derzeit eine neue Website. Im Zuge dessen führten wir ein Interview mit der Kindergartenleitung Steffie. Vor Ort informierte sie uns zuerst über den Waldkindergarten und dessen Prinzip.

Was versteht man allgemein unter einem Waldkindergarten?
Ein Waldkindergarten ist ein Kindergarten ohne Dach und Wände. Die Kinder lernen in und von der Natur. Das Besondere ist, dass wir uns mit den Kindern möglichst immer im Freien, bzw. im Wald aufhalten. Die Kinder bekommen bei uns kein industrielles Spielzeug, wie im herkömmlichen Kindergarten. Dadurch wird die Kommunikation der Kinder untereinander gefördert sowie ihre Kreativität. Sie entscheiden selbst und bestimmen ihre eigenen Spielregeln.

Erzählen Sie uns mehr über den Traunsteiner Waldkindergarten. Wie unterscheidet er sich von anderen Kindergärten?
Unser Waldkindergarten war der erste im Landkreis Traunstein, den gibt es schon seit ca. 20 Jahren. Als Vorreiter im Landkreis unterstützen wir viele der neueren Waldkindergärten und stehen für Fragen und Hilfegesuche gerne zur Verfügung. Außerdem betreuen wir Kinder mit erhöhtem Förderbedarf in unseren Gruppen. Dabei werden wir von einer heilpädagogischen Praxis unterstützt.

Worauf legt ihr am meisten Wert?
Wir sind der Meinung, dass Kinder vor allem durch eigenständiges Handeln lernen und wir sehen den Wald als Miterzieher, der die Kinder prägt und in dem sie ihre Persönlichkeit ohne strikte Vorgaben von Erwachsenen entfalten können. Sie sammeln Eindrücke, probieren sich aus. Wenn sie etwas nicht verstehen, können sie jederzeit nachfragen.
Durch das Konzept des Waldkindergartens werden sie selbstständiger, sozialer und kompromissbereiter. Sie gehen gerecht miteinander um und lernen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für ihre Mitmenschen zu übernehmen.
Zurzeit bereiten wir unsere Faschingsfeier vor, bei der wir vor allem den Kindern beibringen wollen Dinge zu hinterfragen. Was die Ursprünge des Faschings sind, woher er kommt und wieso wir Fasching feiern. Wir basteln Faschingstkostüme und vertreiben – so wie man es ursprünglich gemacht hat – die Wintergeister mit Musik und bunter Kleidung.

Gibt es einen festen Tagesablauf?
Wir beginnen jeden Tag im Wald mit einem Morgenkreis. Dabei lernen die Kinder unter anderem sich zu melden, anderen zuzuhören und Kompromisse zu schließen. Die Kinder dürfen selbst Entscheiden zu welchem Platz man heute geht und werden aktiv aufgefordert sich eine Meinung zu bilden und mitzubestimmen. Den Rest des Vormittags ist von keiner festgelegten Struktur dominiert, die Interessen der Kinder bestimmen die Angebote und Themen die wir behandeln. So lernen die Kinder spielerisch über die Natur und ihr Umfeld. Sie sollen selbst Vorschläge bringen und mitbestimmen.

Was ist eine der größten Herausforderungen dem sich das Team im Wald stellt?
Definiv das Wetter. Vor allem bei unvorhersehbaren Unwettern muss man wissen wie man reagieren soll. Mittlerweile haben wir glücklicherweise ein kleines Häuschen und die Möglichkeit unsere Gruppen in Schulen und anderen Ausweichräumen unterzubringen.