Pop-up Bücher

Was sind Pop-up Bücher und wo kommen sie her?

Ansprechend und teilweise kleine Kunstwerke sind sie. Die Pop-up Bücher.
Heutzutage noch sehr beliebt, findet man sie in vielen heimischen Bücherregalen wieder und nicht mehr nur für Kinder. Manche sind durch Sound aufgepeppt oder mit Taschenlampen ausgestattet um gruselige Monster-Schatten zu werfen zu können, während andere eher dem klassischen Prinzip entsprechen oder abstrakte Kunstwerke formen.

Der Aufwand der Herstellung solcher Bücher schreckt jedoch viele ab, denn damit sind hohe Kosten verbunden. So muss man jedes Buch von Hand falten und kleben um den „Pop-up“ Effekt zu erzielen. Deshalb findet der Verbraucher heutzutage viele dieser Bücher in geringer Qualität und der Verweis „Made in China“ ist keine Seltenheit. Denn dort arbeiten die Menschen für weniger Geld.

Angesichts der hohen Kosten und des Aufwandes ist es kein Wunder, dass man in Deutschland kaum ein Aufklappbuch findet. Dennoch faszinieren die Bücher Alt und Jung.

Dock wo kommen die Pop-up Bücher eigentlich her?

Bücher mit beweglichen Teilen gab es schon lange bevor die Kunst des Druckens verbreitet war. Die ältesten bekannten dieser Werke stammen aus Mallorca um ca. 1235 -1316 n. Chr..
Elemente wie Ausziehlaschen, Klappen und dergleichen fand man ebenfalls schon um 1400. Publikationen solcher Art waren damals jedoch nicht für Kinder bestimmt. Derlei traf man hauptsächlich in Fachliteratur an, zumeist Anatomie betreffend. Ein spektakuläres Beispiel ist das, von Andreas Vesalius‘ verfasste; „De humani corporis fabrica librorum epitome“, um 1543 in Basel gedruckt.

Damals waren Kinderbücher allgemein eine Rarität und erst Ende des 18 Jahrhunderts wurden speziell für junges Publikum Bücher hergestellt und verkauft. Bald danach entstanden die Ursprungsversionen der „beweglichen Bücher“ für Kinder.

Deutsche Künstler waren von ca. 1860 an maßgeblich an der weltweiten Verbreitung von Aufklappbüchern beteiligt. Gefördert wurde dies durch die seinerzeit in Deutschland entwickelten Druckverfahren, die eine hochwertige Wiedergabe farbiger Vorlagen erlaubten und die bislang übliche Handkolorierung ablösten. Zu den herausragenden Buchkünstlern dieser Zeit gehört Lothar Meggendorfer (1847–1925), der heute als wichtiger Wegbereiter der modernen beweglichen oder lebenden Bücher geschätzt wird. Durch den Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen Wegfall der Druckkapazitäten wurde dieser goldene Zeitabschnitt beendet. In der Zeit danach entstanden weltweit zunächst nur vergleichsweise wenige neue Titel, da die Produktion wegen der Materialkosten und der zur abschließenden Fertigung erforderlichen Handarbeit mit hohen Kosten verbunden war. Dies änderte sich ab ca. 1930, als Verleger preiswerte Bücher mit allerdings zumeist auch geringerer Druckqualität für den breiten Massenmarkt auflegten, wie z. B. die Bookano-Titel in der Reihe der Strand Publications. Nahezu zeitgleich verlegte der Verlag Blue Ribbon Press in New York Bücher, in denen Figuren von Walt Disney und traditionelle Märchen mit beweglichen Elementen animiert werden. Der Verlag prägte für diese Bücher erstmals den Begriff Pop-up, der dann rasch international zum Begriff wurde.

Pro Jahr erscheinen bis zu 500 neue Pop-up-Bücher (bzw. bewegliche Bücher) im anglo-amerikanischen Sprachraum. In den deutschsprachigen Ländern erscheinen dagegen jährlich vergleichsweise wenige Veröffentlichungen, wobei es sich nahezu ausnahmslos um Übernahmen aus dem Ausland handelt.

 

Die Bilder zeigen Auschnitte aus den Büchern "DRÔLE D'OISEAUX" von Philippe UG und "Haunted House" von Jan Pienkowski